The Loves of Dido and Aeneas — Barock neu erzählt

The Loves of Dido and Aeneas — Barock neu erzählt

Greifenberger Barockorchester

Dido and Aeneas Greifenberger BarockensembleMit Dido and Aeneas schuf Henry Purcell ein Musiktheater von existenzieller Wucht – voller berührender Musik und mitreißender Tänze. Das Greifenberger Barockorchester, Bayerns einziges Barockorchester für Amateure, entwickelt daraus 2026 in einer selten gespielten erweiterten Fassung von 1700 ein unmittelbar erfahrbares, historisch informiertes Klangdrama.

Für die vokalen Partien arbeitet das Orchester mit dem Vokalensemble VoxB3 unter der Leitung von Bryony Lang zusammen. Darüber hinaus erweitern drei Gastensembles das Klangspektrum: eine Oboen-Band, ein Flötenchor (Leitung: Tatjana Flickinger) sowie ein Gamben-Consort (Leitung: Anna Zimre). Die Oboen setzen dabei markante, bisweilen scharf konturierte Akzente, während Flöten und Gamben weichere Klangräume öffnen. Im Zusammenspiel entsteht eine vielschichtige, bewegliche Klangwelt, die das musikalische Geschehen trägt, kommentiert und verdichtet.

Ein Erzähler führt in moderner deutscher Sprache durch die Handlung und ersetzt die originalen Rezitative. So verbindet unsere Fassung klangliche Opulenz mit einer klaren, unmittelbaren Zugänglichkeit.

Liebe, Pflicht und Zerstörung geraten unaufhaltsam in Konflikt: Dido, Aeneas und die Hexe stehen für Kräfte, die sich nicht versöhnen lassen. Die Aufführung verzichtet bewusst auf Deutung und Trost – und zeigt ein Geschehen, das sich entfaltet, bis es unausweichlich wird. 

Eine Geschichte von Liebe, Ordnung, Pflicht und zerstörerischer Manipulation

Im Zentrum steht die bekannte Liebesgeschichte zwischen Dido, Königin und Gründerin Karthagos, und dem trojanischen Helden Aeneas, dem späteren Gründer Roms. In der barocken Musiktheatertradition erscheinen die Figuren jedoch weniger als individuelle Charaktere denn als allegorische Gestalten: Dido verkörpert staatliche Ordnung, Frieden und innere Stärke, während Aeneas für Krieg und Eroberung steht. Hinzu tritt bei Purcell eine hasserfüllte Hexe, die Didos Untergang betreibt – als Sinnbild blinder Zerstörungswut.

Die Oper entfaltet diese Kräfte wie auf einem Spielfeld. Musik und Szene greifen ineinander und führen die Figuren in Tänzen, Chören und Arien durch ein Geschehen, das sich aus dem Zusammenspiel dieser Kräfte entwickelt.

Die drei allegorischen Kräfte – Ordnung, Krieg und Zerstörungswut – reichen über das barocke Werk hinaus und lassen sich als Konstellationen lesen, die auch in der Gegenwart wirksam sind. In einer konzentrierten und spannungsvollen Aufführung verzichtet das Greifenberger Barockorchester – in barocker Tradition des Betrachtens – bewusst auf Deutung, Wertung oder versöhnende Lesarten. Stattdessen wird das Geschehen in seiner inneren Konsequenz gezeigt: als eine mögliche Konstellation von Kräften, die sich entfalten, aufeinander einwirken und unabwendbare Folgen hervorbringen – offen für die wache Beobachtung und eigene Einordnung durch das Publikum.

Ein Musiktheaterprojekt des Greifenberger Barockorchesters

In Zusammenarbeit mit VoxB3

Künstlerische Leitung: Penelope Spencer


15.11.2026
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19:00 Uhr

20 | 17 | 15 Euro